Wir Altstädter | Reiterkorps
Der Vorstand des Reiterkorps (v.l.n.r): Ulrich Nockemann (Kommandant), Thomas Boll (Zahlmeister), Uwe Redeker (Schriftführer)

Das Reiterkorps

Sprichwörtlich sind bekanntlich aller guten Dinge drei. Und deshalb war es nur folgerichtig, dass genau drei Jahre nach der Gründung der Altstädter Köln 1922 eV auch erstmals eine Altstädter Reitergruppen am Kölner Rosenmontagszug teilnahm. Allerdings handelte es sich noch um „unorganisierte“ Reiter, deren Führung der damalige Präsident Servatius Jussenhoven übernahm.

Das änderte sich, als nach dem 2. Weltkrieg bei der Wiederbelebung des Karnevals Fritz Figge, auch liebevoll der „D‘r Ahle Fritz“ genannt, 1948 das Präsidentenamt der Altstädter übernahm. Für Fritz Figge, ehemals Vorstandsmitglied der Prinzengarde und Kürassier, lag als Reiter natürlich nichts näher, als umgehend ein „organisiertes“ berittenes Korps für die Altstädter auf die Beine zu stellen. Im Jahre 1949 nahm Figge wortwörtlich die Zügel in die Hand.

Für Gesprächsstoff ist unter Historikern gesorgt, wenn es um das Gründungsjahr des Altstädter Reiterkorps geht – 1925 oder 1949. Schließlich muss man ja im Fastelovend jett ze diskuteere han, um de Schnüss zu schwaade… Unstrittig ist jedoch, dass sich die Altstädter Köln bei der Suche nach einer passenden Uniform an der des grün-roten Dragonerregiments von Clemens August, dem Kurfürst und Erzbischof von Köln, im Jahre 1752 orientierten. Die Reiterei hatte schon immer großen Einfluss auf die Entwicklung der Altstädter.

Das „organisierte“ Reiterkorps der Altstädter Köln hatte seit 1949 nur sechs Kommandanten:
1970 - 1971 Heinz Ziskoven
1972 - 1976 Rolf Bind
1977 - 1987 Ludwig Reinhard
1988 - 1998 Rolf Mathesius
1999 - 2010 Franz Buchholz
seit 2010 Uli Nockemann

Das Reiterkorps

Beim Kölner Rosenmontagszug ist das Nahen des stolzen Reiterkorps der Altstädter weder zu übersehen noch zu überhören. Seit vielen Jahren gehört es mitsamt seinem berittenen Fanfarenkorps zu den stärksten Reitergruppen im Rosenmontagszug. Ein imposantes Bild in Grün-Rot, wenn 30 aktive Korpsreiter durch die Kölner Straßen ziehen. Was das Reiterkorps der Altstädter an Rosenmontag mit Freude und Stolz präsentiert, ist das Ergebnis einer übers Jahr hinweg konsequenten Trainingsarbeit. Wer von den insgesamt rund 90 Mitgliedern des Reiterkorps am Rosenmontag nicht reiten will oder kann, dem bietet sich die Möglichkeit, auf der Spiegelkutsche, der Reservekutsche oder der sogenannten Pulverkeß mit zu fahren. Alle Kutschen werden von Pferdegespannen gezogen.

Wer als aktiver Reiter den Rosenmontagszug zu Pferd erleben will, muss nicht nur die Auflagen des Kölner Festkomitees – Nachweis von mindestens 35 Reitstunden in den letzten acht Monaten mit reiterlicher Ausbildung in Dressur und Gelände- oder Jagdreiten – erfüllen. Korpsintern wird die Messlatte nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen noch etwas höher gelegt. Nur wer Anfang Dezember auch die korpsinterne Sichtungsprüfung besteht, darf Rosenmontag das Glück der kölschen Erde auf dem Rücken der Pferde erleben und genießen.

Trotz intensivem Training kommt der Spaß nie zu kurz. Ein Großteil der aktiven Reiterinnen und Reiter trifft sich jeden Mittwochabend im bergischen Ottoherscheid im „Stall Meurer“. Heinz Meurer sen. hatte schon im Dezember 1948 die Ausbildung der Altstädter-Reiter übernommen. Inzwischen ist Sohn Heinz jun. in die Hufstapfen des Vaters getreten. Mit reiterlich konsequenter, menschlich netter Ansprache findet Heinz Meurer jun. bei langjährigen Reitern immer noch Möglichkeiten der reiterlichen Verbesserung. Und bei Anfängern versteht er es auf seine ruhige Art meisterhaft, die Begeisterung für den Reitsport zu wecken.

Die übers Jahr verteilten Ausritte über die Höhen und durch die Täler des Bergischen Landes sind Training und Erholung zugleich. Wenn dann das Wetter schlechter wird, werden in der modernen Reithalle reiterliche Feinheiten trainiert. Und anschließend heißt es immer: Nettes Beisammensein und Pferdegeflüster. Dann stonn Altstädter „en Fründschaff zesamme…“

Das regelmäßige Training ist Pflicht für alle, die aktiv reiten. Danach lockt aber auch noch die Kür, an der auch gerne alle teilnehmen, die bereits abgesattelt haben und dem Reiterreservekorps angehören. Stets am ersten Freitag im Monat treffen sich die Mitglieder des Reiterkorps in der Regel im Kasino der Altstädter zum Reiterkorps-Abend.

Zu vielen weiteren Aktivitäten des Korps sind auch die Partner der Aktiven und der Reservekorpsmitglieder herzlich willkommen. Mal steht ein Ausritt auf dem Programm, und alle zusammen treffen sich dann zu einer Bergischen Kaffeetafel; mal endet ein Wochenend-Ausritt beim abendlichen Grillen auf dem Reiterhof.

Bei den inzwischen obligatorischen Eifel-Ausflügen mit Pferden über ein verlängertes Sommerwochenende hinweg werden übrigens nicht nur die reiterlichen Fähigkeiten geschult. Auch wird die kameradschaftliche Verbundenheit gefördert.

Zu den außerordentlichen Aktivitäten gehören schließlich die Reiter-Workshops. In den letzten Jahren ging es stürmisch auf Norderney zu. Großes reiterliches Können wurde im September 2011 fünf Tage lang den Altstädter-Reitern in der ungarischen Puszta abverlangt wurde. Hinzu kommen schließlich noch die guten, freundschaftlichen Verbindungen zu anderen Reiterkorps des Kölner Karnevals. Sommer-Höhepunkt der Karnevalsreiter ist das alljährliche karnevalistische Reitturnier.

Wir Altstädter-Reiter verbinden seriöses reitsportliches Bemühen allerdings immer mit „vill Spaß an dr Freud“.

„Met dreimol Reiter Hopp-Hopp … en Fründschaff zesamme!“