Historie | Geschichte der Altstädter 1

Altstädter - jeck, aber mit Tradition

Altstädter - jeck, aber mit Tradition Wenn die Gesellschaft „Altstädter Köln von 1922“ in Uniformen des 18. Jahrhunderts der kurkölnischen Landmiliz aufzieht, wird ein Stück des kurkölnischen Militärs lebendig.

Die Altstädter sehen sich im Tanz- und Fußkorps in der Überlieferung des kurkölnischen Landregiments, auch Landmiliz genannt. Im Reiterkorps führen sie ihre Wurzeln auf das kurkölnische Dragonerregiment „Reitende Grenadiere von Rechberg“ zurück, welches später das Grüne Dragonerregiment genannt wurde. Was waren das für „Helden“, die wir uns ausgesucht haben und denen wir durch die Persiflage gedenken? Das Landregiment war der Verbund aller wehrfähigen Männer eines Ortes oder einer Stadt.

Im Siebenjährigen Krieg nahmen Teile dieses Verbandes an den Feldzügen der Reichsarmee in Thüringen und Sachsen teil. Sie wurden bis auf wenige Reste durch die Preußen gefangen genommen. In den Revolutionskriegen oblag der Landmiliz die Heimatverteidigung. Sie waren nicht sehr erfolgreich und wurden durch die Franzosen als so harmlos begriffen, dass sie auch nach dem Begin der Besetzung ihre Aufgaben als Nachtwächter zunächst weiter ausüben sollten. Genau betrachtet waren es Antihelden und so den kölnischen Stadtsoldaten - den Roten Funken - ebenbürtig. Die Uniform der Landmiliz war einfach und entsprach weitgehend der Tracht der Jäger der sogenannten. Deutschen Jagt. Das hing damit zusammen, dass die Obrigkeit bevorzugt Männer, die mit dem Weidwerk in Verbindung standen zum Milizdienst heranzog. Diese benutzen ihre normale Kleidung auch im Militärdienst. Die Grenadiere der Landmiliz trugen als Kopfbedeckung eine Grenadiermütze, deren Schild aus Metall gestanzt war. Die Grünen Dragoner Die kurkölnische Kavallerie begann als Elitetruppe und endete als Verstärkung der Infanterie. 1695 wurde das Regiment Grenadiere zu Pferd unter seinem Chef von Rechberg errichtet.

Als Leibdragonerregiment nahm es am gesamten spanischen Erbfolgekrieg von 1701 bis 1715, auf französischer Seite an den Kämpfen in Belgien und Nordfrankreich teil. Im Februar 1715 befahl Kurfürst Josef Clemens auch dem grünen Dragonerregiment die Räumung Bonns seiner Residenzstadt, die von niederländischen Truppen besetzt war. Unter der Regierung des Kurfürsten Clemens August (1723 – 61) bestanden neben der Infanterie das Regiment “Grüne Dragoner”, und zeitweise auch ein Regiment “gelbe Dragoner”. Das Leib-Dragonerregiment. wurde 1738 zur Unterstützung des Kaisers gegen die Hohe Pforte nach Ungarn gesandt. Hier fanden die Reiter Verwendung als Fußsoldaten, was gut möglich war, denn Dragoner waren bis Mitte des 18. Jahrhunderts berittene Infanterie.

Die Kavallerie hörte auf zu bestehen. Der grüne Rock Über die Uniformen des grünen Dragonerregimentes ist wenig bekannt, auch die grüne Farbe des Rocks ist nicht bestätigt. Ein Autor geht sogar davon aus, dass die Rockfarbe blau war. Allerdings war grün eine Farbe, die im heiligen römischen Reich deutscher Nation häufig zu Einkleidung von Dragonern genutzt wurde und wenn ein militärischer Verband mit einer Farbe bezeichnet wurde, war dies entweder die Farbe des Rocks oder der Aufschläge, so dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die grünen Röcke der Dragoner spricht.

Generalfeldmarschall von Wildenstein schickte dem Kurfürsten Clemens August einen Brief, in dem er erklärte: „Das Einzige, so mich bei der fatalen Affair noch konsulieret ist, dass Euer kurfürstlichen Durchlaucht fünf Regimenter nicht dabei gewesen und folgsam nicht mit blamiert worden.”

Danach sind die Kölner in die Winterquartiere gegangen, die sie im Thüringer Wald am Pass von Oberhof, den sie zu bewachen hatten, bezogen. Es lag tiefer Schnee, es war bitterkalt und das Land, in das die Kurkölner geraten waren, war bitterarm.