Startseite | Neues von den Altstädtern

Neues von den Altstädtern


Gruppenfoto vor dem Dom
14.06.2011

Eselsmist als Verhütungsmittel?

Ganz klar, dass der Senat für seine Stadtführung ein ganz besonderes und zu seinem junggebliebenen Charakter passendes Thema gewählt hatte: Sex and Crime – Eine Führung für Erwachsene. Am letzten Freitag im Mai ging es los. Zum Treffpunkt an der Kreuzblume vor dem Dom erschienen 25 wissbegierige Altstädter-Senatoren, um sich aufgeschlossen und guter Dinge ins Abenteuer zu stürzen und eine Menge über die Praktiken und Gebräuche in mittelalterlichen Schlafzimmern zu erfahren. Fachkundige Kompetenz stand in der Historikerin Christine Schauerte zur Verfügung.

Los ging’s – wer kann es den honorigen Herren verdenken – mit einem leckeren Kölsch beim Früh. Hier erfuhr man dann auch die erste Weisheit, nämlich woher die Floskel „Dä hätt jet an de Fööss“ stammt. Dies war die kontrollierende Feststellung im Mittelalter, dass man als Durstiger mit gutem Schuhwerk in die schmucke Gaststube durfte, während die Trinkwilligen in Holzschuhen lediglich die Schwemme betreten durften.

Nach der kleinen Stärkung folgte der Fußweg zum Roncalliplatz, wo tausende Menschen auf die Ankunft der Altstädter-Abordnung warteten. Oder waren die vielleicht wegen des BAP-Konzertes dort? Egal! Jedenfalls gab es hier die ersten gruseligen Geschichten. Von Henkern, die früher mit dem Schwert ihre Arbeit verrichteten. Selbstverständlich mit der nötigen Perfektion und Zielsicherheit, schließlich musste man genau zwischen zwei Halswirbel treffen, um eine perfekte Enthauptung abzuschließen.

Lustiger und weniger schauderhaft ging es am historischen Rathaus weiter, wo man von so manchem Skandal des damaligen Kölner Rates erfuhr. Die Betonung liegt natürlich auf ‚damals‘ – heute sind solche Dinge unvorstellbar, oder? Solche Geschichten mussten Petrus erzürnen, denn der plötzliche Regen zwang die Senatoren zur Schutzsuche im Durchgang Alter Markt zum Casino der Altstädter. Zwar trockenen Hauptes aber mit ungläubigem Blick erfuhr man hier von den Keuschheitsgürteln, die so, wie sie langläufig dargestellt werden, niemals funktionieren konnten. „Haben wir uns doch gedacht“, folgte der Kommentar einiger offensichtlich handwerklich begabter Senatoren.

Mit reichlich Anschauungsmaterial versehen, konnte Christine Schauerte die Senatoren auf ihrem Weg durch die Altstadt überzeugen, dass zwischenzeitig doch vieles besser geworden ist. Wer kann sich denn heute noch vorstellen, dass damals Kondome aus Ziegendarm hergestellt wurden – mit einer hübschen Schleife zu befestigen und nach Gebrauch wieder zu verwenden? Und wenn man ganz sicher gehen wollte, dann behalf man sich im Mittelalter mit Eselsmist und Hexenkraut als Verhütungsmittel.

Zwei Dinge hatte die Stadtführung nun erreicht: Zum einen bekamen die Senatoren Durst und zum anderen bestand eine Menge Diskussionsbedarf. Gut, dass man zwischenzeitig in der Nähe des „Gaffel am Alter Markt“ angekommen war – ein idealer Platz. Hier schaut keiner mehr auf das Schuhwerk der Gäste, und sowieso ward noch nie ein Altstädter in Holzschuhen gesehen, oder?

 

Weitere Meldungen


18.08.2017

14. Fastelovends-Classics – Halb-Rund um Köln Tour

Lesen...


18.08.2017

Traditions-Cup 2017 – Altstädter holen sich erstmals die Meisterschale

Lesen...


11.08.2017

Mit den Pänz Inklusion gefeiert

Lesen...