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Neues von den Altstädtern


29.03.2014

En dr Zokunf jespingks öm zo luure wat kütt

„Zokunf – mer spingkse wat kütt“, ein Sessionsmotto welches die Kölner Karnevalisten zum Blick in die obligatorische Glaskugel oder in Richtung Sterne anregte. Zum Teil futuristische Motive fanden sich somit u.a. auf den Sessionsorden, den Saaldekorationen und natürlich auf den Motivwagen im Rosenmontagszug wieder. Doch der wirkliche Blick in die Zukunft wird für alle nur ein Versuch bleiben, denn erst einmal hieß es wieder eine tolle Session hier in Köln zu feiern. Auch die Altstädter setzen den Gedanken des „Spingksen“ in die Zukunft um.

Angefangen mit dem Sessionsorden, auf dem die Altstädter Marie mit großen Augen in die Glaskugel blickt. Darin zu sehen sind die Jahreszahlen bis hin zum Jahr 1922, dem Jahr des 100-jährigen Jubiläums des grün-roten Traditionskorps. Das Motto intoniert hatte auch der Altstädter-Regiments-Spielmannszug in seinem aktuellen Potpourri 2014. Im Mittelpunkt dieser Session stand aber ohne Frage der 90.Geburtstag des traditionsreichen Tanzkorps. Der Auftakt zu dieser Geburtstagsfeier war ein gemeinsames Essen aller Korpsteile auf Einladung des Tanzkorps im November ins Brauhaus Sion. Die „11. im 11. Feier“ im Brauhaus Gaffel am Dom eine Woche zuvor war jedoch der offizielle Startschuss und versprach eine tolle Zeit bis hin zum Aschermittwoch. Noch schnell aber dennoch sehr stimmungsvoll die Adventszeit und Weihnachten erleben und dann konnte es endlich richtig losgehen. Der Einladung zum Korpsappell in der Hofburg des Kölner Dreigestirns waren wieder viele Gäste und Freunde der Altstädter gefolgt. Für eine Überraschung an diesem Abend sorgte das Tanzpaar Stefanie Pütz (Stänche) und Jens Scharfe (Zündkääz) mitsamt Korpsspieß Guido Bräuning (Iggel) und Tanzkorpskommandant Michael Klaas (Piccolo). Ganz im Geheimen hatten die Vier gemeinsam mit Tanzpaartrainerin Katrin Bachmann (ehemalige Regimentstochter der EhrenGarde Köln von 1903 e.V.) in den Monaten zuvor einen neuen „Vierertanz“ einstudiert, der an diesem Abend seine Premiere hatte. Ein gelungenes Geschenk an ihr Korps, was der lang anhaltende Beifall des Publikums und des gesamten Korps bestätigte. Der Auftrittsmarathon begann gleich am nächsten Abend und führte das Korps danach zu rund 80 Veranstaltungen in Köln und dessen Umland bis hinaus ins Aachener Land, in den Siegkreis, in die Region entlang des Flüsschen Düssel und nach Nettetal am Niederrhein. Als Highlight der „Auslandsreisen“ kann ohne Zweifel die zweitägige Manöverfahrt nach Würzburg in Unterfranken gewertet werden. Die Gastfreundschaft der neuen Würzburger Freunde der „1. KG Würzburger Elferrat von 1935 e.V.\", sowie ein anspruchsvolles „Tages- und Nachtprogramm“ bleiben allen Teilnehmern ganz sicher noch lange in guter Erinnerung. Das Wochenende in Würzburg war gleichzeitig die Halbzeit der Session und einige der auch eigenen Altstädter Veranstaltungen folgten noch. Alle Sitzungen, angefangen mit der Herrensitzung am 2. Januarwochenende bis hin zum Fest in Grün-Rot am Mittwoch vor Weiberfastnacht, waren ausverkauft. Aber auch der neu ins Leben gerufene und bevorzugt für jüngere Karnevalsjecken veranstaltete Ball mit dem Namen „Altstädter-Früh-Schicht“ oder der seit vielen Jahren etablierte und somit Kult-Ball „Jeck am Rhing“ haben ihr Publikum längst gefunden und bleiben auch künftig feste Bestandteile im Altstädter-Sessionskalender. Nicht mehr wegzudenken ist natürlich die offizielle Eröffnung des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht auf dem Alter Markt. Eine Veranstaltung, die die Altstädter seit nunmehr 61 Jahren mit geprägt haben und als Publikumsmagnet in Köln gilt. Darauf folgt mit gleichbleibender Beliebtheit die Weiberfastnachtsparty im Traditionsgasthaus Zims am Heumarkt und der mittlerweile auch zur Tradition gewordene „Pädsball“ des Altstädter-Reiterkorps am Karnevalssamstag im Girkeller.

Um dem Altstädter Leitspruch, „Am guten Alten in Treue halten“, sich dem guten Neuen aber nicht verwehren, einmal mehr gerecht zu werden, war auch in dieser Session wieder der Einsatz zahlreicher Helfer vor und hinter den Kulissen gefragt. Allen aktiven Altstädtergruppen mitsamt Freunden und Förderern, dem Großen Rat, Tänzern, Reitern und Spielleuten des Regiments-Spielmannszugs gilt ein großes Dankeschön, für eine tolle Sinfonie in grün und rot. Dass man dies auch beim Publikum und den unzähligen Altstädterfreunden so sieht, zeigen u.a. so manche Formulierungen von Sitzungspräsidenten bei den Aufzügen des Korps: „Ihr seid eine scharfe Truppe“, „Ihr seid das Herz von Köln“ oder auch „Ein Sitzungsauftakt ohne die Altstädter ist fast nicht möglich“, alles Zitate die jeden Altstädter stolz machen. So rundete auch in dieser Session Dr. Johannes Kaußen, Präsident der Kölnischen KG von 1945, beim Auftritt des Korps am Karnevalssonntag diesen Reigen mit den Worten „Eine Sitzung ist nur eine echte Kölsche Sitzung durch den Besuch eines Traditionskorps.“, ab. Er muss es schließlich wissen. Denn schon vor seiner Amtszeit, und bereits seit über 60 Jahren in Folge, eröffnen die Altstädter die Sitzung der Kölnischen am Tag vor Rosenmontag. Anzumerken sei dabei, dass es hierfür nie einen Vertrag gab, sondern wie es bei Freunden üblich ist, gilt bis heute stets das gesprochene Wort.
Hält das Wetter, bleibt es am Rosenmontag trocken? Diese Frage hatten sich alle Teilnehmer des Zuges in den Tagen zuvor oft gestellt.

Ob es an den Gästen der Altstädter an diesem Tag gelegen hatte? Mit dabei waren u.a. Torwartlegende Harald (Toni) Schumacher auf der Kutsche von Postmeister Karl-Heinz Kaiser, sowie Oberbürgermeister Jürgen Roters und der neue Altstädter-Feldhellije, Dom- und Stadtdechant Robert Kleine, auf der Kutsche von Präsident Hans Kölschbach. Auf alle Fälle muss Petrus ne Kölsche sin, denn der Himmel über Köln zeigte sich gnädig und auch die Sonne machte diesen Rosenmontag wieder zu einem tollen Erlebnis. Nachdem das grün-rote Korps mit rund 700 Teilnehmern sein (umweltbewusst verpacktes) Wurfmaterial im Gesamtwert von rund 100.000,-€ an mehr als eine Millionen Jecken entlang des Zugweges verteilt hatte, ließ man den Tag mit Blick über das nächtliche Köln im Saal Belvedere des Hotel Pulmann Cologne ausklingen. Auch wenn das Motto der kommenden Session „Social jeck – kunterbunt vernetzt“ auf den ersten Blick für den Kölner wie schwere Kost wirkt, wir sind unter dem Motto „Met Trööte un Trumme, Altstädter kumme!“ wieder mit dabei.

 

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